BUND Klimaschutz



25 Hot-Spots des Klimawandels

Die BUND-Ausstellung "Treibhaus Erde" informiert am Beispiel von 25 Regionen der Erde ("Hot-Spots") über die Folgen des Klimawandels.

Die vollständigen Texte der Ausstellungstafeln können Sie hier herunterladen (pdf-Format, Dateigröße 3 MB!)

Ausgewählte Beispiele folgen weiter unten auf dieser Seite.



Weltkarte der Klimafolgen: 25 ausgewählte Hot-Spots


Hot-Spots des Klimawandels: Drastische Folgen für Mensch und Natur

Wirbelstürme in der Karibik

Im Jahr 2005 gaben Rita und Katrina dem Ausmaß von Hurrikankatastrophen einen neuen, schrecklichen Namen.
Bereits im Jahr 2004 brach die Hurrikan-Saison in der Karibik alle Rekorde. Von neun Hurrikans erreichten vier den Status eines „schweren Hurrikans“. Allein „Ivan“, der im September mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h von Grenada über Jamaika bis nach Florida eine Spur der Verwüstung hinter sich herzog, verursachte 12 Mrd. $ US Versicherungsschäden. Auf den karibischen Inseln starben mehr als 70 Menschen, in einigen Regionen wurden 90% der Häuser zerstört.
Zwar können einzelne Wirbelstürme nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückgeführt werden, die langfristigen Trends sprechen aber eine deutliche Sprache: Die Anzahl der „schweren Hurrikans“ steigt seit Jahrzehnten rasant an. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Gefahr von Stürmen im Atlantik in Zukunft weiter verschärfen wird. Und Versicherungskonzerne sehen enorme Schadenssummen auf sich zu kommen.


Sahelzone: Bald Hundertausende auf der Flucht?

Über Jahrhunderte haben die Menschen in der Sahelzone den unwirtlichen Bedingungen getrotzt. Nun könnte der Klimawandel ihre Heimat unbewohnbar machen und viele von ihnen zu Flüchtlingen werden.
Die Sahelzone ist eine der trockensten Regionen der Welt. Immer schon gab es Dürreperioden, die Weide- und Buschland verdorren ließen und es den Bewohnern schwer machten, sich ausreichend zu ernähren. In guten Zeiten konnte sich die Natur wieder erholen. Doch mittlerweile leidet die Sahelzone bald 30 Jahre unter einer anhaltenden Trockenheit. Der Bodenbewuchs wird immer spärlicher, Sanddünen fressen das Ackerland, Schatten spendende Bäume, Pflanzen und Tiere verschwinden. Nach jahrhundertlanger Anpassung der Bewohner an die dürftigen Lebensbedingungen wird ein Überleben zunehmend schwieriger.
Immer mehr Menschen müssen ihre unbewohnbar gewordene Heimat verlassen und werden zu Flüchtlingen. Schätzungen zufolge gibt es bereits heute 20 Millionen Umweltflüchtlinge weltweit, im Jahr 2050 könnten es 150 Millionen sein – die meisten davon auf der Flucht vor dem Klimawandel.
Das ist eine nie da gewesene Herausforderung für die Weltgemeinschaft, die das Problem bisher aber vollkommen verkennt. Bis heute werden diese Menschen nicht einmal als Flüchtlinge anerkannt, da sie nicht als „staatlich verfolgt“ gelten.


Wärmere Meere lassen Korallenriffs absterben

Erhöhte Wassertemperatur bekommt den Korallen gar nicht gut: Sie sterben ab. Darunter leiden zum Beispiel Fische, Fischer und Tourismusanbieter, für die lebendige Korallenriffs häufig überlebenswichtig sind.
Korallenriffs sind für die Tier- und Pflanzenwelt der Ozeane, aber auch für Millionen von Menschen enorm bedeutsam. Sie beherbergen eine atemberaubende Artenvielfalt, schützen die Küsten vor Sturmfluten und Erosion, bieten Nahrung und sind häufig wirtschaftliche Grundlage für Fischer und Tourismusanbieter.
Doch es steht nicht gut um die Korallen: In den letzten Jahrzehnten sterben sie immer weiter ab. Der Grund ist das Verschwinden einer mikroskopisch kleinen Algenart, mit der die Korallen in einer Symbiose leben. Die Algen sorgen für Nährstoffe, die Korallen bieten Schutz. Doch schon wenn sich das Meerwasser um nur 1 - 2 ° Celsius erwärmt, können diese Algen nicht überleben. Den Korallen fehlen dadurch lebenswichtige Nährstoffe, sie verfärben sich weiß und sterben.
In einigen Regionen sind schon bis zu 90% der Korallen an der sogenannte Korallen-Bleiche verendet. Vielfach können sich die Korallenriffe zwar wieder erholen, aber mit zunehmender Erwärmung des Klimas – und damit auch der Weltmeere – wird dies immer unwahrscheinlicher


Tropische Krankheiten auch in Deutschland

Wärmere Temperaturen erlauben es den Überträgern tropischer Infektionskrankheiten auch in Mitteleuropa zu überleben. Dengue-Fieber und Leishmaniose sind bereits beobachtet worden. Auch andere Krankheiten könnten den Weg nach Europa finden.
Mediziner befürchten, dass tropische Infektionskrankheiten sich auch in Mitteleuropa ausbreiten könnten. Dazu zählen Dengue-Fieber, Leishmaniose, Enzephalitis, Gelbfieber und Malaria.


Die Voraussetzungen dafür sind gut. Denn die Lebensbedingungen für die Überträger der Krankheiten – vor allem bestimmte Mücken- und Zeckenarten – verbessern sich durch die Klimaveränderung. In Frankreich und Italien wurde bereits die Tigermücke, die das Dengue-Fieber überträgt, festgestellt. Und in Deutschland sind erste Fälle von Leishmaniose bekannt geworden.
Aber auch gefährliche einheimische Krankheiten treten häufiger auf. So haben sich in den letzten Jahren gerade von Zecken übertragene Krankheiten, wie etwa die Borreliose, stark ausgebreitet. Wissenschaftler fordern bereits eine umfassende Beobachtung und Sammlung entsprechender Daten, um langfristig Abwehrmaßnahmen aufbauen und ein Impfkonzept entwickeln zu können.


Australien: Seltene Pflanzen- und Tierarten akut bedroht

Die Tier- und Pflanzenwelt Australiens ist sehr empfindlich gegenüber klimatischen Veränderungen. Dürren, Überschwemmungen oder ein steigender Meeresspiegel könnten zum Aussterben vieler seltener Arten führen.
Australien zählt zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Regionen. Schon bei einer leichten Steigerung der Durchschnittstemperatur um nur 1-2,5° Celsius könnten viele Tier- und Pflanzenarten aussterben und ökologisch einzigartige Gebiete für immer verloren gehen. Denn die Natur hat sich im Laufe der Zeit an die abgeschiedene Lage und die extremen klimatischen Bedingungen des Landes perfekt angepasst.
Wenn Trockenheit, Überschwemmungen oder Buschbrände zunehmen, werden viele Arten dies nicht überleben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass
- sich in Queensland die tropischen Regenwälder verändern und Wald-Kängurus, Opossums und andere Tiere aussterben könnten,
- das Great Barrier Riff teilweise abstirbt, da sich die umliegenden Meere erwärmen,
- der Kakadu-Nationalpark versalzt, da er nur etwa 1,5-2 Meter über Normalnull liegt und der Meeresspiegel steigt.



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