BUND Klimaschutz

Die Ergebnisse des International Panels on Climate Change

Seit seiner Gründung 1988 fasst das International Panel on Climate Change (IPCC) regelmäßig die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel zusammen. Ziel ist es, Risiken und Folgen des Klimawandels abzuschätzen und auf dieser Grundlage Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Die Datengrundlage verbessert sich von Mal zu Mal wodurch die Vorhersagen immer präziser werden.
In seinem diesjährigen Bericht stellt das IPCC nicht nur in aller Deutlichkeit fest, dass der Klimawandel auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler sagen auch, dass der Klimawandel seit dreißig Jahren für sichtbare Veränderungen vieler Ökosysteme verantwortlich ist.

Beobachtungen
:


  • Aus Schmelzwasser gespeiste Bergseen werden immer größer.
  • Durch das Auftauen des Permafrostbodens lockert sich der Untergrund. Die Folge sind verheerende Geröll- und Schlammlawinen und zerstörte Straßen und Häuser auf Grund von absinkenden Böden.
  • Bäume und Blumen blühen immer früher und Zugvögel kehren weit vor ihrer gewohnten Zeit in den Norden zurück.
  • Extreme Wetterereignisse nehmen in Heftigkeit und Häufigkeit zu.
  • Der Meeresspiegelanstieg in Kombination mit heftigeren Stürmen führt dazu, dass immer mehr Küsten bedroht sind. Schon heute gehen immer wieder große Landstücke verloren, weil Steilkanten abbrechen oder Strände abgetragen werden.
  • In Europa und Asien starben in den vergangenen Sommern viele Menschen an den Folgen heftiger Hitzewellen. 2003 wurden allein in Europa 20.000 Tote gezählt.
  • Infektionsüberträger wie die Zecken oder die Malariamücke breiten sich stärker aus und kommen vermehrt auch in nördlichen Breiten vor.
  • Durch den früheren Frühjahrsbeginn, verlängert sich der Pollenflug. Immer mehr Menschen im Norden leiden unter Allergien.
Ausblick:

  • Gletscher werden weniger als bisher als Wasserspeicher dienen. In den umliegenden Regionen bedroht dies die Trinkwasserversorgung. Das wird ein Sechstel der Weltbevölkerung betreffen.
  • Treten die aus den Schmelzwassern gespeisten Seen über ihre Ufer, werden etliche umliegende Bergdörfer überflutet und unbewohnbar.
  • Während in den nördlichen Breiten und in einigen tropischen Regionen zunächst mehr Wasser zur Verfügung stehen wird, wird in den mittleren Breitengraden und in den trockenen Tropen zunehmend Wassermangel herrschen.
  • Es werden mehr Regionen unter Dürre leiden.
  • Überflutungen werden häufiger auftreten.
  • Etwa 20-30% der Arten sind vom Aussterben bedroht, sollte die Durchschnittstemperatur der Erde um 1,5-2,5°C steigen.
  • Höhere Ernteerträge in nördlichen Breiten sind wahrscheinlich, wenn die Temperatur durchschnittlich um 1-3°C steigt. Es ist mit geringeren Ernteerträgen zu rechnen, wenn es noch wärmer wird.
  • In niedrigeren Breiten, besonders in den saisonalen trockenen Tropen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Ernteerträge schon bei geringeren Temperaturzunahmen deutlich niedriger ausfallen. Hungerkrisen werden dadurch zunehmen.
  • Steigt die Temperatur um mehr als 1-2°C könnten die Eisberge in Grönland und der westlichen Arktis schmelzen. Der daraus folgende Meeresspiegelanstieg um vier bis sechs Meter würde ganze Küstenregionen unbewohnbar machen. Hunderte Millionen Menschen wären betroffen. Dies betrifft vor allem Regionen, in denen die Fähigkeit zur Anpassung niedrig ist und die schon heute von Stürmen und Erosionen betroffen sind.
Wirtschaftliche Auswirkungen

  • Arme Gemeinden werden stärker betroffen sein, denn sie liegen tendenziell in Risiko-Gegenden. Ihre Einwohner haben weniger Möglichkeiten, sich zu schützen und ihre Lebensweise an den Klimawandel anzupassen. Sie sind abhängig von der Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen wie Wasser und Holz.
  • Extreme Wetterereignisse werden heftiger. Die Schäden, die sie hinterlassen werden deutlich mehr kosten.
Gesundheit


  • Die Zahl derer, die an Unterernährung leiden, wird zunehmen.
  • Es wird immer mehr Kinder geben, die sich nicht altersgerecht entwickeln.
  • Immer mehr Menschen werden auf Grund der zunehmenden Hitze erkranken oder sterben.
  • Die Malaria wird sich ausbreiten.
Regionale Auswirkungen

  • In Afrika und Asien werden immer mehr Menschen hungern. Afrika wird insbesondere unter dem ausbleibendem Regen und der zunehmenden Wasserknappheit zu leiden haben.
  • Auch in Australien, Neuseeland, den USA und Südeuropa wird Wasser ein immer knapperes Gut – mit Folgen für die landwirtschaftlichen Erträge und die Forstwirtschaft.
  • Es wird in Europa und den USA immer öfter Hitzewellen geben, die insbesondere für alten Menschen tödliche Folgen haben können.
  • In Nordeuropa wird die kalte Jahreszeit immer kürzer, weshalb die Kosten für Heizen sinken und die Ernteerträge mittelfristig steigen werden. Gleichzeitig werden in Europa und Nordarmerika Winterfluten heftiger und häufiger auftreten. Bis 2080 werden die Fluten an den Küsten zusätzlich 2,5 Million Menschen jedes Jahr betreffen.
  • In Lateinamerika werden der Temperaturanstieg und der Rückgang des Grundwassers dazu führen, dass der Tropenwald zur Savanne wird. Die bisher gemäßigte Vegetation wird zu Trockenland.
  • Der Meeresspiegelanstieg bedroht vor allem die kleinen Inseln und flachen Küstenregionen. Auf den Inseln versalzt das Grundwasser. Die Inseln werden dauerhaft unbewohnbar.
Was kann getan werden?

  • Wir müssen sofort handeln.
  • Die Entwicklungsländer, die am härtesten vom Klimawandel betroffen sind, müssen in der Anpassung unterstützt werden. Aber auch im Norden müssen Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden.
  • Eine nachhaltige Entwicklung kann die Verletzbarkeit der Ökosysteme und Gesellschaften abmildern. Darauf muss bei allen Maßnahmen vor Ort und in der Entwicklungshilfe geachtet werden.
  • Massive Klimaschutzmaßnahmen können die Folgen abmildern. Die Industriestaaten müssen sich darauf festlegen, ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 30 Prozent bis 2020 zu reduzieren.
  • Eine Kombination aus Anpassung und Schutzmaßnahmen können die Risiken, mit denen wir uns konfrontiert sehen, deutlich minimieren.
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