BUND KlimaschutzNr. 8 (21.6.2006) Garten Eden Neuguineas verschwindetBerghänge, bedeckt mit hunderttausenden Hektar unberührten Regenwalds; nebelverhangene Täler; Rhododendren mit einem Durchmesser von mehr als anderthalb Metern und dutzende Vögel, Schmetterlinge und andere Tierarten, die nie zuvor beschrieben wurden: Wenn Bruce Behler von seiner Expedition in eine der entlegensten Regionen im Norden von Neuguinea erzählt, glühen seine Augen vor Begeisterung. “Es ist wie der Garten Eden, oder so nah dran, wie man ihm auf der Erde kommen kann”, strahlt der Ökologe, der in diesem Teil Asiens für das Naturschutznetzwerk “Conservation International” arbeitet. Gemeinsam mit einheimischen Führern wagten sich Behler und seine Kollegen vor einem halben Jahr in die Tiefen einer der artenreichsten Regionen der Welt vor. Behler beschrieb das bis dahin unbekannte Baum-Känguruh, machte Photos eines verloren geglaubten Paradiesvogels und fand nebenher 20 neue Froscharten. “Der erste Vogel, den wir beim Aufschlagen unseres Camps gesehen haben, war eine bis dato unbekannte Art.” Tiere, die anderswo kurz vor dem Aussterben stehen, gab es im entlegenen Dschungel Neuguineas im Überfluss. Der Grund: Die meisten der unzugänglichen Täler mitten im Dschungel, geschätzte Anzahl: 1.100, haben seit hunderten Jahren kaum Kontakt zur Außenwelt. Forscher sprechen von “virtuellen Inseln”: Bislang haben Siedler, Jäger oder Baumfäller die Tier- und Pflanzenwelt noch nicht verdrängt. Doch das menschengemachte Artensterben hat längst begonnen. Schon bald, so befürchten Klimaforscher, wird auch Behlers Garten Eden nicht mehr als ein Mythos sein.![]() Die Vielfalt Papua-Neuguineas schwindet rasant. Der vollständige Artikel erschien in der Frankfurter Rundschau. Die gesammelten BUND-Reportagen vom Klimawandel erscheinen im Herbst 2007 unter dem Titel "Klima-Countdown" im Schmetterling Verlag. Buch im BUNDladen bestellen. |
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