BUND Klimaschutz

Versprochen. Gebrochen

VW, BMW, Mercedes pfeifen aufs Klima.

1998 versprachen die europäischen Autohersteller, den durchschnittlichen Spritverbrauch bei Neuwagen bis 2008 auf 5,7 Liter pro 100 km zusenken.

Gebrochen

Und heute? VW, BMW, Daimler-Chrysler und Co. werden ihr Versprechen brechen. Noch immer verbrauchen ihre Neuwagen durchschnittlich 7 Liter pro 100 km – Tendenz wieder steigend und die Autokonzerne werben vorallem für Autos, die viel Sprit verbrauchen - 9 Liter und mehr.


Ein BMW versinkt in einer Schlammlawine. Spritfresser heizen unser Klima auf. In den Alpen steigt dadurch die Zahl der Schlammlawinen.


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Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz enthüllt am 7.11.2006 die verfremdete BMW-Werbung in München auf dem Marienplatz.





Pressemitteilung vom 7.11.2006:

Ein verfremdetes BMW-Werbe-Großplakat enthüllten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und sein bayerischer Landesverband, der Bund Naturschutz (BN) heute auf dem Marienplatz in der Münchener Innenstadt. Auf dem Plakat versinkt ein 3er BMW in einer von den Alpen abgehenden Schlammlawine. „We ruin the World every Year. BMW.“ („Wir ruinieren die Welt jedes Jahr. BMW.“) ist in Anlehnung an die aktuelle BMW-Werbung darauf zu lesen.

Die Plakatenthüllung in München ist Auftakt einer Serie von Aktionen, mit denen der BUND die deutschen Autohersteller wegen ihrer Modellpolitik angreifen will. Die Hersteller kämen ihrer Verantwortung zur Minderung schädlicher CO2-Emissionen nicht nach und würden das Ziel verfehlen, die Klimagase entscheidend zu reduzieren. Die Umweltschützer kritisieren auch, dass die Autokonzerne vor allem Sprit fressende Modelle bewerben. Eine Analyse des BUND habe ergeben, dass der durchschnittliche Verbrauch der am häufigsten beworbenen Pkw bei neun Liter auf 100 Kilometer liege. Dies entspreche 215 Gramm CO2 pro Kilometer. Die Automobilindustrie habe sich jedoch 1998 verpflichtet, bis 2008 den Durchschnittsverbrauch ihrer Neuwagenflotte auf 5,7 Liter, das entspreche 140 Gramm pro Kilometer, zu reduzieren. Von dieser Zusage rücke sie inzwischen ab.

Angelika Zahrnt, BUND-Vorsitzende: „Nicht nur, dass die deutschen Hersteller ihre Selbstverpflichtung für mehr Klimaschutz durch eine falsche Modellpolitik ad absurdum führen. Sie verhindern auch, dass die Kunden sparsame Modelle kaufen, indem sie ihre Werbemillionen vor allem auf Spritfresser konzentrieren. So stellt BMW bei seinen Autos die hohen Geschwindigkeiten heraus und sagt nichts zum Thema Sparsamkeit und Treibhausgase. Das Klimagleichgewicht gehört zu unseren Lebensgrundlagen, sein Schutz muss im Mittelpunkt auch der Wirtschaft stehen. Bei den deutschen Autoherstellern ist diese Erkenntnis leider noch nicht angekommen.“

Richard Mergner, BN-Verkehrsexperte, sagte bei der Aktion auf dem Marienplatz: „45 Millionen Pkw in Deutschland belasten das Klima, fast jeden Tag erreichen uns neue Hiobsbotschaften über Dürren, Hurrikans, Überflutungen. Und was machen die deutschen Autobosse? Sie tauchen ab und halten sich raus. Sie machen sich nicht nur mitschuldig am Verheizen unseres Planeten, sie schieben auch die Entwicklung moderner Technologien auf die lange Bank. Nicht der Klimaschutz ist Luxus, Luxus sind Automodelle – auch die von BMW – mit denen das Klima zerstört wird."

Der BUND fordert, dass die deutschen Autohersteller mit innovativer Technik und verantwortungsvoller Werbung bis 2008 den Durchschnittsverbrauch der verkauften Neuwagen auf 5,7 Liter oder weniger mindern. Spätestens 2012 sollten dann weniger als 5 Liter auf 100 Kilometer erreicht werden.


Download     Mehr Informationen in der BUND-Studie Klimafahrtenbuch für PKW. Halbierung des Kraftstoffverbrauchs bis 2020

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