BUND Regionalverband Stuttgart

Einsturzkatastrophe wie in Köln auch bei Stuttgart 21 denkbar BUND sieht Risiken

Pressemitteilung des BUND Regionalverband Stuttgart

Stuttgart, 4. März 2009


Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Regionalverband Stuttgart, ist während des Baues von Stuttgart 21 mit seinen insgesamt 66 Kilometer langen Tunnelröhren ein Einsturz-Unglück wie in Köln nicht ausgeschlossen.

Insbesondere im Bereich der Innenstadt-Talquerung, also zwischen Heilbronner Straße und Wagenburgtunnel, ist der geologische Untergrund aufgrund des ehemaligen Nesenbach-Sumpflandes relativ instabil, ähnlich wie im Schwemmland des Rheins in der Kölner Altstadt.

Bei Realisierung von Stuttgart 21 soll der Mittelbau des Bonatzbaues und der Bahnhofsturm stehen bleiben. Der Turm steht auf 290 Eichenpfählen, die einst in die Grundwasser führenden, weichen Erdschichten getrieben wurden. Solange die Pfähle feucht bleiben, gibt es kein Problem. „Was passiert jedoch mit dem Turm, wenn beim Bau von Stuttgart 21, wie geplant das Grundwasser über mehrere Jahre abgesenkt wird ?“, fragt Gerhard Pfeifer, BUND-Regionalgeschäftsführer.

Auch die bei Stuttgart 21 als Rumpf verbleibende Haupthalle des Bonatzbau sieht Pfeifer durch die unmittelbar angrenzenden riesigen Baugruben und durch das Kappen der Seitenflügel gefährdet. Pfeifer sagt: „Die ausgetüftelte, statische Balance des Gesamtbauwerkes droht im wahrsten Sinne aus den Fugen zu geraten“.

Bei der Kölner U-Bahnbaustelle sind bisher auch mehrfach die Pumpen ausgefallen, so dass Abschnitte der Baustelle aufgetrieben sind und diese haben somit zu Schäden am Gebäudebestand geführt. Vergleichbares kann auch bei Stuttgart 21 passieren. Besonders nach Starkniederschlägen und Überschwemmungen, wie z.B. im August 1972 oder im Juni 2000 in der Stuttgarter Innenstadt geschehen, werden nach Überzeugung des BUND die Pumpleistungen niemals ausreichen.

Axel Wieland, BUND-Regionalvorsitzender sagt abschließend: „Stuttgart 21 stellt in seiner Größenordnung einen noch nie da gewesenen Eingriff an einer der empfindlichsten Stellen im Stuttgarter Stadtgebiet dar. Die Behauptung des Bauherren Deutsche Bahn, dass sie bautechnisch alles im Griff haben, klingt so vertrauensselig wie die Beschwichtigungen der Banker vor ein paar Monaten hinsichtlich der Finanzmarktkrise.“


Rückfragen an:

Gerhard Pfeifer
BUND Regionalverband Stuttgart
Rotebühlstr. 86/1
70178 Stuttgart
Tel.: 0711 / 619 70 -40
Fax: 0711 / 619 70 -44
www.bund.net/stuttgart


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