BUND Regionalverband Stuttgart




Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Stuttgart 21

1. Mit dem Stuttgart 21 wird die Landeshauptstadt an das deutsche und europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden.

Antwort:
Seit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Stuttgart-Mannheim ist Stuttgart an das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden. Mit der Schnellfahrstrecke konnte die Fahrzeiten nach Mannheim halbiert werden. Die erste ICE Linie führte von Hamburg über Frankfurt und Stuttgart nach München. Seitdem wurden die schnellen ICE-Verbindungen ständig ausgeweitet. Mit dem Fahrplanwechsel 2004 wird auch Strasbourg über die Schnellstrecke Baden-Baden-Offenburg erreicht. Stuttgart ist bereits heute optimal in das deutsche ICE-Netz angebunden. Der Kopfbahnhof stellt dabei kein Hindernis dar. Die modernen Hochgeschwindigkeitszüge können innerhalb von vier Minuten den Kopfbahnhof wieder verlassen. Ein aufwendiges Rangieren wie früher bei lokbespannten Zügen ist heute überflüssig.


2. Mit Stuttgart 21 wird die Fahrzeit nach Ulm halbiert.

Antwort:
Mit Stuttgart 21 werden Fahrzeitgewinne von ca. 3-4 Minuten erreicht, davon allein 2 Minuten durch eine kürzere Haltezeit, was aus Sicht der Fahrgäste in einem so großen Bahnhof wie Stuttgart problematisch ist. Durch den zusätzlichen Halt am Flughafen verlängert sich die Fahrzeit allerdings wieder um 5 Minuten. Stuttgart 21 trägt somit nicht zur Beschleunigung des Verkehrs auf der Schiene bei.
Die Verkürzung der Reisezeit nach Ulm kommt allein durch die geplante Neubaustrecke nach Ulm zustande. Der Zeitgewinn ist unabhängig von Stuttgart 21 und kann auch bei Beibehaltung des Kopfbahnhofs erzielt.


3. Stuttgart 21 ist wegen der Magistralen Paris-Budapest notwendig.

Antwort:
Seitens der Stadt wird gerne die Magistrale Paris – Budapest bemüht. Die Bedeutung dieser Verkehrsader ist heute eher gering. Auf der Strecke verkehren nur wenige durchgehende Züge. Angesichts des zunehmenden Flugverkehrs ist es eine Illusion zu glauben, dass eine Zugverbindung auf dieser Distanz konkurrenzfähig wäre. Durch den Ausbau bzw. Neubau der Strecken könnte der Verkehr deutlich beschleunigt werden. Auch durch den Einsatz moderner Triebwagen statt der lokbespannten Züge könnte die Reisezeit verkürzt werden. Der Bau von Stuttgart 21 hat darauf keinen Einfluss.


4. Ohne Stuttgart 21 werden in Zukunft viele Züge an Stuttgart vorbei fahren.

Antwort:
Seit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Stuttgart-Mannheim ist die Reisezeit zwischen München und Frankfurt über Stuttgart kürzer als über die fränkische Linie Augsburg - Würzburg, obwohl kilometermäßig ein Umweg von rund 20 km gefahren wird. Das Zugangebot orientiert sich jedoch an der Reisezeit, und die ist auf der schwäbischen Linie ca. 10 Minuten kürzer. Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt-München im Jahr 2007 hat die fränkische Linie wieder einen Zeitvorteil von ca. einer halben Stunde. Frankfurt wird von München in ca. 3 Stunden erreicht. Dadurch ändern sich die Verkehrsströme für alle Relationen, die von München nach Frankfurt und darüber hinausgehen. Für Stuttgart bedeutet dies aber keinen Nachteil, weil die Nachfrage zwischen München und Stuttgart so groß ist, dass ein halbstündiges Zugangebot gerechtfertigt ist, zumal die Stadt Augsburg von der Neubaustrecke über Nürnberg abgehängt ist. Der Bau von Stuttgart 21 würde auch an dem Zeitvorteil der fränkischen Linie nichts ändern.



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